150. Todestag Moritz von Schwind - ein „Schnäpp’chen“ gesucht?

Aktualisiert: 6. Apr. 2021

Online Versteigerung eines Wiener Auktionshauses im Juli 2020 – Das Bildnis der Schwägerin des Malers, Friederike Sachs, wird zum Kauf angeboten…


Moritz von Schwind


Geboren am 21. Jänner 1804 als Sohn des Franz Edler von Schwind und dessen Gattin, der Hofratstochter Franziska von Holzmeister wuchs Moritz glücklich und sorgenfrei, und gemeinsam mit seinen fünf Brüdern, in Wien auf. Mit der Perspektive einer Beamtenlaufbahn begann er an der Universität Wien Philosophie zu studieren. Scheinbar erfüllte ihn dieses Studium nicht wirklich, denn 1821 wechselte er an die Akademie der bildenden Künste in Wien. Dort waren u.a. Leopold Kupelwieser und Johann Peter Krafft seine Ausbildner. Nach wenigen Jahren verließ er jedoch die Akademie und bildete sich im Selbststudium weiter.


Es zog ihn „in die Welt hinaus“: Im Alter von 24 Jahren nach München, 1835 unternahm er die obligate Italienreise. Einer Anekdote nach sei er nach seiner Rückkehr gefragt worden, wie viele Bilder er denn in Italien gemalt hatte? „Gar keine“, soll er erwidert haben. „Man kann nicht am Morgen Raffael und Michelangelo sehen und am Nachmittag einen Schwind malen“. Seine nächste Station war Karlsruhe, wo er auch seine Frau Luise Sachs kennenlernte, dann Frankfurt, wo er die Professur für Historienmalerei am Städelschen Kunstinstitut erhielt, seine erste feste Anstellung. Nach der Übersiedlung des Paares nach München wurde er 1847 Professor an der dortigen Akademie der bildenden Künste. In dieser Zeit entstanden seine Hauptwerke wie zum Beispiel die Fresken in der Münchner Residenz oder die Fresken „Sängerstreit“ auf der Wartburg bei Eisenach und mehrere Gemäldezyklen.


1863 bis 68 war Schwind in Wien an der künstlerischen Gestaltung der damals in Bau befindlichen „Hofoper“, dem ersten Gebäude an der neu geschaffenen Ringstraße, beteiligt. In der Loggia und im Foyer, im heute so genannten „Schwind-Foyer“, malte er Szenen aus Mozarts Zauberflöte und andere Deckenbilder.


Moritz von Schwind war ein vielseitig begabter Künstler der Spätromantik und verstarb am 08. Februar 1871 in Niederpöcking am Starnberger See. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München.


Auszeichnungen erhielt Moritz von Schwind auch, zum Beispiel 1868 das Ritterkreuz des österreichischen Leopoldordens. Dieser war Anfang des 19. Jahrhunderts von Kaiser Franz I. für zivile und militärische Verdienste gestiftet worden.


…Auf den Fersen


… im 1. Bezirk, Fleischmarkt 15: der „Schwindhof“, sein Geburtshaus. Ein barockes Haus direkt neben der griechisch-orientalischen Kirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

… im 1. Bezirk, Staatsoper: das „Schwind-Foyer“, Szenen aus der Zauberflöte, Deckenbilder

… im 4. Bezirk, Österreichische Galerie Belvedere: u.a. der Aquarellzyklus „Die schöne Melusine“, Kaiser Maximilian I. in der Martinswand, Der Brotschneider, Rübezahl, …

… im 19. Bezirk, Wertheimsteinvilla: allegorische Fresken im Stiegenhaus

Außerdem wurde im 4. Bezirk eine Gasse nach ihm benannt. Die „Schwindgasse“ verbindet die Prinz-Eugen-Straße mit der Argentinierstraße.

Vom ehemaligen „Schwinddenkmal“ am Burgring beim Kunsthistorischen Museum existieren nur mehr Fragmente, die im Depot des Belvedere gelagert sind. Das Denkmal wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, im 2. Weltkrieg jedoch leider zerstört.


Lust auf einen eigenen Schwind?


Start der Online Versteigerung um 13:16. Ausrufungspreis 2.200.- EUR. Die ersten Angebote werden übermittelt. Showdown ab 15:12. Innerhalb weniger Minuten steigt der Preis auf 2.200.-, 3.200.-, 3.600.- EUR. Und dann, als keine Gebote mehr eintreffen, erfolgt der Zuschlag um 3.800.- EUR.

Naja, gute Nerven und das nötige „Kleingeld“ braucht man schon dafür…


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